Wort rechnen kann, welches kräftig und verſtändig wäre — und dazu, es wird ſpät.“
„Leider, ja, liebſte Herrin, zu ſpät, um ſolche Gäſte ohne Urſache warten zu laſſen.“
„Ohne Urſache, Gretchen? Wiſſen ſie denn nicht, was Herr Heribert in ſeinem Teſtamente feſtſtellte? Sie werden ſich doch erklären können, wenigſtens die Frauen, daß ich dieſem Augenblick nur zögernd entgegengehe.“
„Wolltet Ihr Euch nicht mit Pater Balduin darüber berathen, Herrin?“
„Der Generalvicar? Himmel, iſt der da? Warum haſt Du mir das nicht ſogleich geſagt?“
„Seine Ehrwürden kamen gerade, als Ihr mir rieſet und ich ſollte . . . .
„Dann habe ich Muth zu gehen,“ ſprach Ottilie ſich erhebend. „Rufe ſchnell Enriquez, er ſoll mich führen.“
„Seid ſo gut, auch ein wenig auf mich zu rechnen, ſchöne Jungfrau,“ ſprach in dem Augenblicke ein Jüng⸗ ling von ſtolzem, edlem Aeußern, in der reichen Tracht eines kaiſerlichen Hauptmannes, der plötzlich die Thür öffnete und am Eingange ſtehen blieb.
„Mein Arnold!“ rief Ottilie, an ſeine Bruſt ſtürzend und ohne auf die Gegenwart Gretchens zu achten, die mit gewaltiger Verwunderung auf die Scene hinſtarrte.
„Glück und Heil Euch zu dem Tage, meine Geliebte.“ ſprach Arnold mit faſt ernſter und feierlicher Stimme, während er ſie Jeidenſchaftlich in die Arme ſchloß. „Und möge Gott mit ſeinen Heiligen Dich in ſeine hohe Hut nehmen.“
„Amen!“ flüſterte ſie, mit kaum merklichem Lächeln zu ihm aufſchauend.
„Aber ſagt mir, Liebſte, warum ſollte Enriquez. .
„Ach ja,“ fiel Ottilie ein und ſprach dann zu Gret⸗ chen gewendet:
„Sage den Gäſten, daß ich komme.“
Als das Mädchen ſich entfernt hatte, begann Otti⸗


