Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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weit ging, daß noch Niemand der Gäſte das koſtbare Frühſtück berührt hatte, welches bei dem reichen Ueberfluſſe jener Tage auf den Credenztiſchen und den breiten Schenk⸗ tiſchen ſtand. Sein Erſcheinen brachte einige Veränderung in dieſe Scene. Man begrüßte ihn mit der Ehrerbiethung und Achtung, welche der treffliche Mann überall einzu⸗ flößen wußte, man erhob ſich, umringte ihn, überhäufte ihn mit kleinen Aufmerkſamkeiten, nannte ihn dreifach willkommen. Den Mann muß man kennen, ſo wie er im ganzen Bisthum bekannt war, um dieſe Zuvorkom⸗ menheiten zu begreifen. Es iſt gut möglich, daß eine hohe Tugend verkannt werde; es iſt gewiß, daß der Gute und Tugendhafte oft unterdrückt und unbarmherzig ver⸗ folgt wird; es iſt eine traurige Wahrheit, daß großer Seelenadel mehr Beſchimpfer als Verehrer findet, weil er nicht immer verſtanden wird: aber wenn ein Mann in einer Stellung, welche ihm die Hände frei läßt, um manches Böſe zu thun, alles Gute thut, was er zu thun vermag und Umſicht genug hat, das erkannte Gute ſtets klug durchzuſetzen, wenn ein ſolcher Mann alles ſeinem Intereſſe dienſtbar machen kann und dabei doch blind bleibt für dieß Intereſſe, um heller ſehen zu können, wo es das Anderer gilt, wenn ein hochgeſtellter Staatsdiener ein rechter und echter Chriſt iſt, und der Chriſt ein Mann von Muth und geſundem Urtheil, und wenn endlich ein ſolcher Mann auf ſolch' einer Höhe ſteht in Zeiten allge⸗ meinen Mißvergnügens, allgemeinen Leidens oder allge⸗ meiner Sittenverderbniß, — dann wird ſolch' ein Mann ein Gott der Hülfe für den Schwachen, den er unterſtützt, ein ſchrecklicher Richter für den Boͤſen, der ihn fürchtet, ein Muſter für alle, welche ihn umgeben, von denen aber keiner ihm folgt; dann ſteigt die Ehrerbietung vor ſei⸗ ner Größe in dem Maße, in welchem man ſich ſelbſt kleiner ſieht und die Untugenden anderer, welche er nicht hat, werden ihm als eben ſo viele Tugenden angerechnet. Das Haus Lauerneſſe. l. 2