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chelnd mit dem Finger drohte, und fuhr dann ernſter fort. „Willſt Du mir einen Gefallen thun, Enriquez? Du fiehſt dieſen Fremden. Du biſt noch jung, er iſt auch noch ein Jüngling, nimm ihn unter Deinen Schutz und“ — das Fol⸗ gende ſprach er leiſer — „hörſt Du? bis ich das Fräu⸗ lein geſprochen haben werde.“
„Euer Ehrwürden koͤnnen auf mich rechnen,“ ſprach Enriquez, und trat freundlich auf Paul zu, faßte ihn bei der Hand und dieſer ſah ſich, bevor er noch Zeit gewann, mit dem Vicar ein letztes Wort zu wechſeln, von dem ſchnellen Edelknaben weggeführt.
In dem obern Saale, in welchen der Geiſtliche ſich alsdann begab, waren bereits eine Menge edler Herrn und Frauen verſammelt. Und kein Wunder, wenn ſie ſich heut alle um das Fräulein ſchaarten, welches mit ſeiner Hand einen großen Namen, ausgebreitete Beſitzungen und weitgreifenden Einfluß zu vergeben hatte. Ja wohl, einen ausgebreiteten Einfluß, denn die Lauerneſſen hatten bei allen Streitigkeiten im Stift ſtets mehr auf der Seite der Städte, als auf der der Biſchöfe geſtanden und hatten ſich vom Vater auf den Sohn, vom Erben auf den Erben eine wichtige Stimme da zu bewahren gewußt, wo die allgemeinen Intereſſen der Provinz, geſchieden von den beſondern der geiſtlichen Herrn, in's Spiel kamen. Und da die geiſtlichen Herrn wechſelten, die Städte aber mit ihren Vorurtheilen und Freundſchaften dieſelben immer waren und blieben, ſo hatte das Geſchlecht der Lauerneſſe in ihnen allen treue und mächtige Verbündete, die ſeine Fehden und Beſchwerden für die ihren annahmen und ſtets bereit ſtanden, die Sache derer zu vertheidigen, in welchen ſie eine ſo kräftige Stütze gegen wenig beliebte Herrn fanden.
Seit 1457 fand ſich dieß Geſchlecht auch von dieſer letzten Seite geſichert. Durch ſeine weibliche Linie mit dem Baſtardzweige von Burgund verwandt, hatte es in dem Biſchofe David einen wohlwollenden Beſchützer gefunden


