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„Nehmt Euch vor dem jungen Menſchen in Acht; er iſt ein Volksverführer, das hört man aus ſeinem Spre⸗ chen, er iſt ein Deutſcher aus Sachſen, ein Lutheraner, ein Ketzer — beherbergt ihn um Gotteswillen nicht.“
Unterdeß ſetzten die andern Mönche ihre Spöttereien
„Närriſcher Knabe, drücke lieber ein friſch Mädchen an Deine Bruſt, als ein alt und runzelich Paſſions⸗ buch; — Du Weibergeſicht, wenn Du Moͤnch werden wiliſt, ich gebe Dir meine Kutte. — Ja, ja, ſteckt ihn in die Kutte, die muß ihm herrlich zu Geſicht ſtehn! ſchnell in die Kutte mit ihm!“
Uund zugleich warf der letzte Sprecher ſein Ordens⸗ kleid von ſich, zwei Andere ſtanden auf, ihm zu helfen und es dem Jünglinge anzuziehn. Dieſer aber die Selbſtvertheidigung wurde ihm erſpart; in der geöffne⸗ ten Thür erſchien eine hohe ernſte Geſtalt, die mit ſtren⸗ ger Würde in dem Zimmer umher ſah und dann in einem ſen⸗ der ſie alle erbleichen machte, zu den Moͤnchen prach:
„Ihr würdet in der That wohl daran thun, ein Kleid abzulegen, welches ihr ſo wenig ehrt.“
Sie antworteten nicht, aber Scham und Furcht ſpra⸗ chen aus jedem ihrer Züge.
Der Neueingetretene trug auch ein geiſtliches Kleid, wenn auch nicht das ihres Ordens. Er konnte alſo ihr Prior nicht ſein. Es lag vielleicht eben ſo viel Achtung vor ſeiner Perſon, als Ehrerbietung vor ſeinem Range in der ſtillen Angſt, mit der ſie ſeinen Vorwurf hinnahmen und das Geſchehene zu bemänteln ſuchten. Sie warfen die Würfel zur Seite, ſchoben das Spielbrett leiſe weg, nahmen die Kutte auf und einer von ihnen zog ſelbſt ſein
Brevier aus dem Aermel. Ohne ſich weiter mit ihnen zu beſchäftigen, wandte der Fremde ſich zu dem Jüngling und frug ihn; „Und Ihr ſeid ſchon ſo früh in ſo ſchlechter Geſell⸗
„
fort


