Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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Stinchen hatte Becher und eine Schenkkanne gebracht und der ſüße Kräuterwein, den ſie enthielt, wurde nicht ge⸗ ſchont. Das Spiel gebiert aber den Streit und der Streit rauhe Worte; ſelten wird ein Spieler aus den untern Klaſſen nicht zugleich ein wilder Flucher ſein. Un⸗ ſete Mönche bildeten keine Ausnahme von dieſer Regel. Sie ſpielten, ſtritten und führten ärgerliche Reden. Sie gingen noch weiter, ſie neckten Stinchen und thaten dieß mit der anmaßenden Vertraulichkeit, mit der zudringlichen Handgreiflichkeit, mit der auch in unſern Tagen noch mancher unedlere Mann dienenden Frauen begegnet, ſei es um freundlich zu ſcheinen, ſei es, um ſie ein Uebergewicht fühlen zu laſſen, welches ſo wenigſtens Gleichſtellung wird. Dabei fehlte es nicht an luſtigen Anſpielungen auf ihren Stand und einem gewiſſen Prahlen mit der Liſt, mit welcher ſie heute ſich der Frühmeſſe zu entziehen wuß⸗ ten, um ein paar Stunden in unerlaubten Vergnügen zu⸗ zubringen, und dieß Alles war durchſpickt und theilweiſe verblümt mit einem Latein, deſſen ſich ein Septaner eines Gymnaſiums geſchämt haben würde. Man denke ſich den Eindruck, welchen dieſe Scene auf einen ernſten und ge⸗ bildeten Zuſchauer machen mußte, wie der Jüng⸗ ling war, deſſen Bekanntſchaft wir vorhin gemacht ha⸗ ben. Lange hatte ſein Buch ihn nicht auf das ärgerliche Treiben achten laſſen, doch die Aufmerſamkeit auf ſeine Lektüre nahm mit jedem Augenblick mehr ab und ſeine bleichen Wangen glühten hoher und höher; die Adern ſei⸗ ner Stirne ſchwollen und ein edler Zorn glänzte in ſeinem Auge. Er las nicht mehr, er ſtarrte ſie ſchweigend an, aber ſein Schweigen ſagte unausſprechlich viel.

Und vas ſind doch die Leute, deren Faulheit zu Liebe wir große Laſten tragen, flüſterte endlich Stinchen halb⸗ laut ihrem Vater zu.

Einer der Mönche hatte dieß gehört.

„Sehr natürlich, vorlaute Dirne,“ rief er. „Ihr bezahlt und wir eſſen; dafür geben wir euch auch in

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