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ſchen Verlangen ſehnte, durch das unerwartete Wiederſehn eines Vaters, der mir ſo unendlich viel Liebe beweist, und er gönnt mir, die Erde zu verlaſſen, an der ich nicht hange, um mich in ſeine Herrlichkeit aufzunehmen und mir die Krone zu geben, welche mein lieber Heiland mir erworben hat. Doch, o Herr, wie kann ich Deine Wohlthaten aufzuzählen wagen? Sind ſie nicht zahllos? — — Sehet äber, mein lieber Vater, wie ich ruhig bin und habet auch Ihr Ruhe. Ich möchte ſo gern in Frieden von Euch ſcheiden. Ich habe ſtets nach Liebe mit Allen geſtrebt.“
Und bei den Worten ſchaute ſein brechendes Auge flehend zum Herzog empor. Dieſer gebot mit einem ſtum⸗ men Winke, daß Alle ſich entfernen ſollten — Alle ge⸗ horchten. Nur Junker Karl, der ſeit dem Beginn der Scene dem Sterbenden immer näher gerückt war, blieb in frommer Andacht vertieft neben der Bahre ſtehn. Ottilie glaubte ſich berechtigt, zu bleiben; Enriquez und Silvio, Arnolds Page, ſahen ſich nur gegen ihren Willen durch die Soldaten weggeführt.
Jetzt war es, als fühle der Herzog ſich freier, die Vaterliebe ſchien in ihm über jedes andre Gefühl zu ſie⸗ gen; er hieß Ottilien, ſich auf einige Schritte zu ent⸗ fernen und nahm ihre Stelle neben Paul ein.
„Die Bekehrung iſt ſchwer bei Leuten Eurer Sekte,“.
ſprach er ſanfter, „darum dringe ich nicht länger darauf, moͤge Gott ſich Deiner armen Seele erbarmen.“
„Ich vertraue auf ſeine Erbarmnng und danke Euch innig für dieß Wort, mein Vater — es iſt ein großes
Wort von Euch. Jetzt weiß ich auch, daß Ihr treulich
halten werdet, was Ihr dem Sterbenden verſprochen — daß dieſe Jungfrau und die Ihren frei und ſicher find⸗. Sie hat viel an mir gethan, vergeltet es ihr.“ Der Herzog ſchwieg finſter.
„Ein Fürſtenwort muß unverletzt bleiben, Herr,“ fuhr Paul fort. „Man ſagt . daß Ihr es mitunter bei Euren Feinden pergeſſet „ Gegen einen Todten


