Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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ſie hingegen hielten ſich auch muthig, wollten ſich nicht ergeben, ſo daß unſere Gelderer gezwungen waren, den rothen Hahn auf ihr Dach zu ſtecken. Da konnten ſie es vor Hitze nicht länger aushalten und das Schloß wurde nieder⸗ gebrannt.“

„Wie hieß das Schloß?“ frug einer der gefangenen

Jünglinge mit zitternder Stimme.

„Haus Lauerneſſe,“ erwiederte Bertmann gleichgültig.

Ottilie, die unterdeſſen leiſe mit Paul geſprochen, war unwillkührlich auf das Geſpräch der Beiden aufmerkſam geworden. Bei dem letzten Worte Bertmanns rief ſie:

„O Haus meiner Väter, ſo wird denn dieſer ſchwache Leib länger aufrecht bleiben, als deine ſtarken Mauern? Von nun an wird dein lieber Name im Stift vergeſſen ſeyn. Wohl mir, daß ich die Letzte bin, welche deinen Namen trägt!“ S

„Seid getroſt, fromme Jungfrau,“ ſprach Paul ihr zu. „Eurer harrt das Haus des himmliſchen Vaters, in welchem viele Wohnungen ſind.“

„O glaubt nicht, daß ich klage,“ ſprach ſie mit mu⸗ thigem Lächeln. „Glaubt nicht, daß noch ein Mißgeſchick auf Erden mich ſchmerzlich berühren kann. Habe ich nicht Arnolds Tod überlebt?“

Mit vertraulicher Höflichkeit faßte Karl von Geldern jetzt Ottiliens Hand.

„Wart Ihr vie Beſitzerin des zerſtörten Schloſſes, ſchöne Jungfrau? Dann thut es mir doppelt leid, daß Euch dieß Unglück traf, aber ich will Euch Alles erſetzen. Sagt mir aber, was Euch an meinen Sohn dort feſſelt.“

„Er brachte nur die Kenntniß der Wahrheit, welche die ſelige Lehre Luthers enthält.“

Der Herzog ſchrack zurück und ließ ihre Hand los, als hätte dieſe ihn verbrannt, oder ſchmerzlich verwundet. Seine Umgebung ſtarrte bebend auf ihn hin — ſie ſahen Egmond zum Erſtenmale erbleichen.