Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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„Triumphire nicht zu früh! Pauls Mutter war eine

Fürſtin!“ entgegnete der Herzog, den der Zorn über Karls Vermeſſenheit die neugesffnete Wunde vergeſſen ließ. — „Trotz der ſchweren Schuld dieſer Frau war ihr Kind ein Gegenſtand meiner ſteten Sorge und meiner erſten Vater⸗ liebe, und wenn es auch lange fern von mir umherirrte, dann iſt mein Paul mir doch willkommen, nun die guten Heiligen ihn zu mir führen. Auch erkenne ich ihn von nun als meinen geſetzlichen Erſtgebornen an und erkläre ihn zu meinem Erben, ſo weit die Geſetze dieſes Landes mir dieß zulaſſen.“

„Euer Erbe, Herr, wenn Ihr nicht um ihn trauern müßt. Eure Barſchheit hat ihn getödtet!“ rief jetzt Bert⸗ mann. „Da ſeht, Herr Herzog von Geldern!“

Paul lag beſinnungslos auf der Tragbahre, auf welcher man ihn bis zur Thüre des Saales gebracht hatte.

„Ein ſo weichlicher Burſche wäre ein ſchlechter Heer⸗ führer geworden,“ brummte van Roſſum.

„Du lügſt, Hauptmann, mein Sohn kann nicht ſterben,

nun ich ihn wieder habe!“ rief Karl mit ſchmerzlicher Bit⸗

terkeit. Dann wandte er ſich zu einem Manne, der die Kleidung der Gelehrten damaliger Zeit trug, und ſprach:

„Holla, Meiſter Antonis, Eure Goldmacherkunſt iſt Euch nie ſo vortheilbringend, als es meine Dankbarkeit ſein wird, wenn Ihr dieſen rettet und mir ein Arcanum zur Verlängerung ſeines Lebens verſchafft.“

Der Alchimiſt Anton van Vrieswyck näherte ſich jetzt und unterſuchte den Kranken.

„Und wäre der Tod ſelbſt vor der Thür,“ ſprach er mit der wichtigen Miene des Charlatans, „dann muß er doch wieder aufleben zum Dienſt meines gnädigen Herrn. Laſſet mich nur einige Arzeneien holen. ünterdeſſen ſteckt ihm einen Opal an den Finger, der entkräftet das Gift, wenn Gift vorhanden ſeyn ſollte.“

Mit den Worten entfernte er ſich.