Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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Würde.

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Rittern und Edeln, im ganzen Glanze ſeiner herzoglichen 8

Den Ehrenſitz zu ſeiner Linken hatte ein Mann von kriegeriſchem Aeußern eingenommen, der trotz der Mode ſeinen ſchönen langen Bart behalten. Es war Karls rechter Arm, ſein Schwert, ſein Blitz, mit dem er ſeinen Freun⸗ den Ehrfurcht, ſeinen Feinden Entſetzen einflößte, es war ſein Feldmarſchall Martin von Roſſum.

Wie ganz verſchieden von ihm war des Herzogs Nachbar zur Rechten! Etwas Schwermüthiges lag in den Zügen des träumeriſchen jungen Mannes. Obwohl ſeine Kleidung nicht weniger prächtig war, als die ſeines fürſtlichen Herrn, ſo hatte ſeine Haltung doch ſo viel Gleich⸗ gültiges und beobachtete er ein ſo träbſeliges Stillſchwei⸗ gen, daß er Aufſehn erregen mußte; um ſo mehr, da er auch dem Becher ſelten zuſprach. Deß war ſein herzog⸗ licher Nachbar endlich müde, er klopfte den Jüngling auf die Schulter und ſprach:

„Holla, Junker Karel, was ſitzſt Du denn da und ſinneſt, wie ein Prämonſtratenſer, mit trockner Kehle und ohne den edeln Herrn und Rittern, welche uns entgegen kamen, Beſcheid zu thun? Ich habe Dich nie wie einen Baſtard behandelt; beweiſe Du durch dein Benehmen, daß Du keiner biſt.“

Der Jüngling war in der That Karl, der älteſte der beiden natürlichen Söhne des Mannes, welchen der Herzog, da er keine ehelichen Kinder hatte, ſchon während ſeines ke alle Vorrechte ihrer Herkunft zu Theil werden

eß.

„Es gibt andere Dinge, in denen Ihr Euren Söhnen als Beiſpiel vorleuchtet, als Hang zu den Freuden der Tafel,“ ſprach der Jüngling ſchüchtern.

„Pfui, Junker!“ ſchrie van Roſſums ſchwere Stimme. „In dieſen ſchweren Zeiten der Waffenruhe, wo ein braver Kriegsmann ſich die Hände ſo jämmerlich gebunden ſieht, da kann man doch nichts veſſeres thun, als trinken und

Das Haus Lauerneſſe. U. 20