Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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und er duldete ohne Befremdung und ſelbſt mit Wohlge⸗ fallen ihre zärtlichen Sorgen. „Liebſte, ich wußte, daß Ihr bei mir waret,“ ſprach er mit ſchwacher Stimme. „Könnte ich Euch nur ſagen, wie viel ſonderbare Dinge mir über Euch durch den Kopf gegangen ſind. Mir war, als ſeien wir getrennt . . . O es war mir ſo bang, als läge viel, ſehr viel zwiſchen uns als ob „ nein, das wäre ja zu arg; ich muß ſehr krank geweſen ſein . „Haltet Euch ruhig, Arnold,“ bat ſie, jede Be⸗ wegung ſeines Koͤrpers ebenſoſehr, wie die ſeiner Seele fürchtend.

„Es iſt doch Schade, daß ich jetzt ſchon ſcheide,“ ſprach er wieder; „jetzt gerade, wo wir ſo ſchön zuſammen ſind. Saget mir aber, Ottilie, wie komme ich in dieſen Zuſtand?“

Und einige Augenblicke ſpäter fuhr er fort:

„Laßt jetzt den Prieſter kommen, Ihr habt zu lange ſchon gewartet und das iſt nicht gut es iſt nöthig, daß ich beichte, ich bitte Euch, zögert nicht länger .

Und wieder nach einigen Minuten ſprach er in ſo ſchmerzlichem Ton, daß es Ottilien ſo traurig zu Muth wurde, wie nie in ihrem Leben:

„Ihr werdet mich doch nicht ohne Abſolution ſterben laſſen?“

„Nein, Arnold, ſo Gott will, nicht!“ Dos war Alles, was ſie zu antworten vermochte, aber ſie ſah keinen Weg, dies Wort zu bewahrheiten. Er blieb eine Zeitlang be⸗ wegungslos in ſtiller Erwartung, dann brach er auf ein⸗ mal in den rauhen Schrei aus:

„Einen Prieſter! Um Gottes willen, einen Prieſter! Verweigert mir die Kirche jetzt ihren letzten Troſt, mir, der ich doch ihr treuer Sohn war?“

„Geliebter meiner Seele, verzweifelt nicht!“ bat Otti⸗ lie, die ſelbſt der Verzweiflung ſehr nahe war. „Ich will mit Euch beten.“