Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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war. Er hatte den Streich nicht ſelbſt geführt, der Otti⸗ lien in ihrem Arnold traf, doch war er ja einer der An⸗ greifenden und das vergab er ſich nicht, nun er die für todt gehaltene Herrin mit freudigem Schrecken wieder le⸗ bend vor ſich ſah.

Wie ſchnell hatte er die wilden Geſellen da von ihm abgewehrt, wie eifrig geholfen, wo er helfen konnte und wie innig war ſein Leidweſen, daß er ſo wenig zu helfen vermochte!

„Jungfrau!“ ſprach er zu Ottilien, „laßt mich Euch ein wenig ablöſen und mich Herrn Arnolds Haupt halten. Es iſt ja doch unmöglich, ihn weiter zu bringen, ohne

daß man ſeinen Tod beſchleunige.“

Sie aber ſchüttelt ſchweigend das Haupt, als ob ſie hätte ſagen wollen: „Laß mich ihm dieſen letzten Dienſt beweiſen. Ich werde dann wenigſtens den Troſt haben, den letzten Seufzer von dieſen Lippen aufzufangen.“

Plötzlich aber rief ſie ſchmerzlich:

„O hätte ich doch Waſſer! Er bewegt die Lippen! Er hat Durſt!“

„Ich eile weg!“ rief Enriquez. „Everdingen kann doch nicht ſo ausgeplündert ſein, daß nicht ein Trunk Waſſer mehr für einen Sterbenden da zu haben wäre.“

Und er ſtürzte weg, die Jungfrau blieb allein zurück. Mit welcher Seelenangſt ſchaute ſie forſchend auf des Geliebten Züge. Da, ſiehe, kehrte ein Funke von Leben in das trübe Auge zurück. Die Lippen ſtammelten etwas, de ſie mit geſpanntem Ohre horchte. Endlich verſtand

e es.

„Einen Prieſter!“ hatte er zweimal wiederholt.

O das war herzzerreißend! Dieſe Bitte bei ihrer vollkommenen Ohnmacht, ihr zu genügen!

Langſam kehrte jetzt Arnolds Bewußtſein zurück. Der Blutverluſt ſchien wohlthätig auf ſeinen Wahnſinn gewirkt zu haben; er ſchien Ottilien zu erkennen und zu⸗ gleich doch Alles vergeſſen zu haben, was ſie getrennt,