Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

liefen am Arme höflicher Junker, Bürger und Bürger⸗ frauen nahmen die bedrohten Geiſtlichen in ihren Schutz. Busſcher war mit ihnen verſchwunden „. Arnold? Was kümmerte ihn der Streit holländiſcher Söldner mit geldneriſchen Streifzüglern! War man doch der Treuloſig⸗ keit der Gelderer, wo es Verträge galt, ſo gewohnt geworden, daß der Ueberfall gar nicht einmal be⸗ fremdete. Er, der Eiferer für Rom, hatte eine beſſere Beute erblickt, deren Verfolgung ihm jetzt über Alles ging. Er hatte Paul geſehn, denſelben Paul, der ſeinem Lebensglück den erſten Schlag zugebracht, deſſen gefähr⸗ lich ſanfte Sprache ſo manche Seele verführt und zum Irrthum verleitet, deſſen Spur er ſeit lange ſchon ber⸗ loren hatte und den er jetzt in ſeiner Gewalt ſah.

Was kümmerte es Arnold, daß er die Haufen der Kämpfenden durchbrechen mußte, um zu Paul zu ge⸗ langen? Er dachte nicht an Angriff, nicht an Verthei⸗ digung; er drängte ſich nur durch die Menge hindurch bis zu dem Punkt hin, wo der Deutſche allein ſtand, und mit trübem Blick auf die traurige Scene ſchaute. In dem Gedränge von Ottilien gedrängt, wußte er nicht, ob ſie ſchon mit den Fliehenden entkommen war, oder ſich vielleicht erſt nach einer Gelegenheit zur Flucht um⸗ ſah. Er blickte unruhig um ſich her, ungewiß, wo er ſie ſuchen ſolle.

Da fühlte er ſich plötzlich durch eine kräftige Männer⸗ hand ergriffen und hinweggeſchleppt; als er ſich nach dem umſah, der ihn ſo rauh gepackt, beugte er das Haupt mit einem leichten Schrei der Ueberraſchung; er hatte den Mann erkannt, den er ſich unwillkürlich zum Feinde gemacht. Auf einen Wink Arnolds umzingelten ihn hol⸗ ländiſche Soldaten, er war gefangen . ..

Unterdeſſen hatten ſich die Haufen der Fliehenden merkbar vermindert und man konnte ſchon leichter einzelne von ihnen unterſcheiden. Zwei Frauen nahten mit ſicht⸗ barer Angſt, der Verfolgung eines Mannes in verſchliſſe⸗