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auch Parteiloſe, die ſich ein Urtheil bilden, eine Wahl thun wollten.
Das Sonderbarſte ſchien, daß man wohl viele Män⸗ ner aber noch mehr Frauen in zerlumpten Ordenskleidern da traf, ein Zeichen, daß es eniflohene Kloſterleute wa⸗ ren, und leider nannten dieſe alle ſich Glieder der neuen Gemeinde. Leider, ſagen wir, denn man ſah es den Mei⸗ ſten an, daß nicht gerade ſehr reine Motive, nicht das Verlangen nach Heiligung ſie in die Welt getrieben hatte, daß ſie kein züchtiges und frommes Leben in der Welt ſuchten. Diejenigen von ihnen, welche das wahrhaft woll⸗ ten, hatten die weltliche Kleidung angenommen und trach⸗ teten, als ordentliche Bürger von ihrer Hände Arbeit zu leben. Die aber, welche, des trägen Kloſterlebens zu ſehr gewohnt, die Arbeit ſcheuten oder nicht zu ihr geſchickt waren, oder die ſich aus Furcht vor Verfolgung nicht in die Städte wagten und in Müſſiggang von der brüder⸗ derlichen Milde der neuen Glaubensgenoſſen zu zehren hofften, die hatten gewiß nur halb gefunden, was ſie ſuch⸗ ten, und hatten ein trauriges Lvos. Beſonders erregten die Nonnen, welche in den abgezehrten Geſichtern wohl die Spuren der Leiden, aber keinen Schein der übrigen Wohl⸗ fahrt und des für ſie vor Allem pflichtmäßigen Ernſtes trugen, Jedes Mitleid und Verachtung und wer ſie ſah, der mußte jenem Prieſter Recht geben, der behauptete, daß eine Frau zu ihrer Bewachung eines Mannes oder einer Mauer bedürfe. Den Erſten hatten ſie vielleicht ge⸗ wünſcht und waren darum der Letztern entflohen, aber in geringem Glauben an die Heiligkeit der neuen Bande hatten ſie dieſen entweder keine Ehre gemacht, oder ſie gar nicht geknüpft, weil ſie die Idee der Freiheit ganz verkehrt verſtanden. Durch all dieß brachten ſie Aerger⸗ niß auf beiden Seiten und der Lehre, welcher ſie ſich zu⸗ gewand, vielen Schaden. Man ſtellte ihre Verworfenheit, ihr Elend als nothwendige Folge der neuen Lehre dar und ſchob Alles auf Luthers Rechnung und doch hatte


