Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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die Gluth der Begeiſterung ſie von des Redners Lippen, ohne daß dieſer ihrer Herr zu werden vermöge. Und welche Worte und welche Sätze waren das! Worte, die nun, wie Zephyrsflügel zum Himmel emporhoben und dann wieder gleich Wirbelwinden den Hörer in den Abgrund ſtürzten, die jetzt gleich mildem Balſam leiſe niedertropf⸗ ten, gleich darauf gleich ſchweren Hagelſteinen verwun⸗ deten, wen ſie trafen. — Sätze waren das voll Farbe und Gluth, voll Kraft und Feuer, voll Leben und Friſche. Und dazu nehme man das Muskelſpiel der Bewegungz einen Arm, der wohl das ſchwere, zweiſchneidige Schwert des zwölften Jahrhunderts hätte führen können und nun ſeine ganze Kraft dazu anwandte, den Worten Nachdruck beizuſetzen, blitzende Augen, deren Sprühen dieſe Worte begleitete, dichte ſchwarze Brauen, deren Zuſammenziehen den Donnerſchlag vorher verkündete, der gleich folgen ſollte, und Züge, die ſich mit leidenſchaftlicher Beweglich⸗ keit dem Eindruck fügten, den jedes Wort machen ſollte. Das war eine Beredſamkeit, welcher kein Mittel zu we⸗ nig war, ſobald es nur dazu half, den Zuhörer hinzureißen, die ſich nicht darum kümmerte, ob ein Wort hart war oder ob es Anſtoß erregen konnte, die ſich jetzt mit dich⸗ teriſchem Schwunge erhob, dann wieder zu dem Niedrigen, Gemeinen herabſank, der Alles recht war; das Offen⸗ barungswort der Bibel und das lügenhafteſte Märchen, der heiligſte Name, wie das ekelhafteſte Schimpfwort, der Himmel der Chriſten und ihr Handwerksgeräth, Alles flog kunterbunt durch einander in Gleichniſſen und Bil⸗ dern, zur Erhebung oder zur Schmähung.

Ganz natürlich daher, daß ſeine Zuhörer aufmerk⸗ ſam an ſeinen Lippen hingen; er ſprach ja die Sprache, welche ſie verſtanden, welche ſie ſelbſt geſprochen haben würden, wenn ſie an ſeiner Stelle geſtanden hätten, er ſprach die Sprache des ſechzehnten Jahrhunderts vor Menſchen von 1525, er ſtand eben nur ſo hoch über ih⸗ nen, daß er ſie führen konnte; er verſtand ihre Bedürfniſſe,