Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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XXVIII. Eine Heckenpredigt.

Ungefähr eine halbe Stunde Wegs von Kuilenburg, weſtlich von Everdingen, dehnte ſich damals eine große Weide aus, welche unter dem Volke bekannt war als

„die ſtille Weide.“ An dem hellen Septembermorgen, an

welchem wir Euch dahinführen, paßte dieß Wort aber nicht auf ſie; es war im Gegentheil ein Leben und ein Treiben da, wie man es in den nahen Städten Kuilenburg und Gorkum ſelbſt auf den beſuchteſten Märkten nicht fand. Ein großer Theil der Einwohner dieſer beiden und mancher andern holländiſchen und kuilenburgiſchen Städte hatte ſich zuſammengefunden und Männer, Frauen und Kinder ſtanden in bunten maleriſchen Gruppen beieinander. Mauche hatten ſich in das hohe Gras niedergeworfen, andere ſaßen auf den Fahrzeugen, mit welchen ſie hierher gekommen waren und deren Pferde einige Schritte weiter ruhig grasten. Der größte Theil der Männer ſtand. Alle aber, in welcher Stellung und Haltung auch, hatten das Auge nach einer und derſelben Seite gewendet.

Da ſah man unter dem Schatten einer Linde einen Mann allein auf einem Wagen, der dem Volke predigte. Das war eben keine wohlüberdachte, keine tiefe, fließende Predigt, in der jedes Wort dem andern gemeſſen folgt und jeder Satz mit dem andern genau zuſammenhängt, bei der man am Anfang ſchon das Ende ahnen, bei der Einleitung den Schluß vorausſehen kann; nein, das war eine glühende Improviſation voll von Sprüngen und Ru⸗ cken, voll unvorherzuſehender Wendungen und ſonderbarer Ausgänge, bei der die Worte von den Lippen glitten, als koſteten ſie nur die Mühe des Ausſprechens, als treibe