Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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weiß, was die Zeit bis dahin gebracht hat. Gott wird ſchon dafür ſorgen. Nun, Frau, zeigt mir Eure Woh⸗ nung und habt guten Muth.“

Es wurde wirklich nothig, daß ſie weiter gingen und ein Geſpräch abbrachen, welches durch ſeinen ungewöhnli⸗ chen Ernſt die Aufmerkſamkeit der Frommen auf ſich zog, die zur Kapelle oder zur Kirche in die Frühmeſſe gingen.

„Wenn Laurenz mich jetzt verſtießel“ ſprach die junge Frau zögernd und mit einem fragenden Blick auf ihren Begleiter, als Beide ſich ihrem Hauſe genähert. — „Ach, mein Herz bricht faſt vor Angſt, wenn ich denke, wie kalt er Hugo behandelte, als uns dieſer nach ſeiner Bekehrung beſuchte

„Gibt es denn nicht eine andere Stimme in ihm, welche lauter für Euch zu ihm ſpricht, als Eure Schuld 2“ frug der Vicar. „Wenn er ein ſolcher Mann iſt, wie Ihr ſagt, dann wird er Euch vergeben.“

Jawohl, das that Laurenz. Er hatte während der

wenigen Stunden ſchon genug Angſt gelitten um die ver⸗ ſchwundene Gattin und die Kinder. Ihre Rückkehr, ihre Reue machten ſein Herz weich; der Vicar hätte nicht der beredte Pater Balduin ſein müſſen, wenn er es nicht ſo weit gebracht hatte, daß Laurenz ſeiner jungen Frau er⸗ laubte, ihrem Gott zu dienen, wie ihr Herz es ihr ein⸗ gab. Cornelisz geſundes Urtheil ſiegte über beſchränkten Religionseifer und lehrte ihn einſehen, wie nöthig gegen⸗ ſeitige Duldung ſei und beſonders in einer Geſellſchaft, welche auf immer vielleicht die beiden Lehren in ſich ver⸗ vereinigte. Vor Allem fand der Vermittler Eingang bei ihm, weil derſelbe die verletzende Frage über die Gültig⸗ keit ihrer Ehe bejahend gelöst und dadurch Aafke über dieſelbe beruhigt hatte.

So zogen ſie denn nach Antwerpen. Laurenz ſelbſt wählte einen Beichtvater für ſeine Frau, natürlich einen Geiſtlichen im Sinne von Hubert Duifhuis, wie man ſie