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Bis dahin war Alles gut, was den Plan betraf, aber jetzt kam deſſen Ausführung durch eine Frau, eine Mutter, eine Gattin, deren Liebe noch mit ihrem Gewiſſen ſtritt, durch eine Mutter, welche dieß mit Leidenſchaft war. Es war wohl leicht, inmitten der Vorbereitungen zur Reiſe und begünſtigt durch die Nacht, einem Hauſe zu entfliehen, welches ſie nicht wieder zu betreten gedachte und beſonders für ſie, die leider durch das Ungluͤck in der Liſt unter⸗ richtet war. Aber ein Andres war es, die Kinder dem Prieſter zu übergeben, ihn mit denſelben forteilen zu ſehn, geſchieden zu ſein von Allem, was ihr lieb war, den Mann ihrer Wahl zu fliehen, um ſich auf ewig in die einſame, öde Kloſterzelle zu begraben, fortan allein zu ſtehen in dieſer ganzen, weiten Welt!
O in dieſer ſchwachen, aber zärtlichen Seele folgte die Reue der That auf dem Fuße; aber ſie konnte ja nicht mehr zurück, ſie fürchtete den Prieſter, ſie fürchtete den Gemahl, ſie fürchtete die Welt, nur Gott fürchtete ſie nicht genug, um ſich ſelbſt vor der letzten und groͤßten Sünde zu hüten. Es iſt gut, daß Gott barmherzig und langmüthig gegen die iſt, welche ihn vergeſſen!
Als ſie ihre Erzählung geendet, ſtand die junge Frau ſchüchtern und ſchweigend vor dem Vicar; ſie hatte die Wahrheit aufrichtig und einfach geſagt, ohne ihre Schuld zu beſchönigen, aber in frommer Einfalt auf das Leiden für ihre Ueberzeuzung ſich ſtützend. Jetzt hatte ſie keine Bitte hinzuzufügen, denn ihrer hätte ſie ſich, wie einer neuen Schuld geſchämt und doch flehten ihr Auge, ihre Thränen, ihr klopfend Herz: Wäre es denn nicht moglich, Alles wieder gut zu machen?
„Arm Kind!“ ſprach Pater Balduin. „Ihr habt Eure Treue für die Mutterkirche durch banges Leiden be⸗ währt und das iſt gewiß löblich; aber Gott will, daß man ihm durch die Erfüllung aller Pflichten diene und Ihr habt deren wichtige verſäumt. Euer Rathsmann hat einen guten Zweck durch ſchlechte Mittel befördert und auf die


