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und ließ ihm dadurch Zeit, ihr ſo nahe zu kommen, daß er ihr die Hand auf die Schulter legen konnte. Dann ſprach er in feierlichem Tone zu ihr:
„Töchterchen, welches wäre das Ende von alle dem geweſen, wenn der Herr des Himmels Euch nicht gnädiger geweſen wäre, als Ihr Euch ſelber ſeid!“
Der Vicar hatte Aafke erkannt. Er war für ſie ein Fremder.
„Herr Prieſter,“ ſprach ſie ſchluchzend. „Laſſet ab von mir, überlaßt mich meinem Schickſal. Ich bin ein elendes Weib. Es iſt nichts darum verloren, wenn ich ſterbe und der Amſtel iſt ein paſſend Grab für mich.“
„O Unbeſonnene! Und Eure Seele!“ ſprach er
reng. ,Geſtern Abend habe ich gebeichtet und die Communion heute Morgen empfangen. Ich bin zum Tode bereit.“
„Habt Ihr dieſen Vorſatz gebeichtet und Abſolution dafür empfangen?“ frug er, ſie ſcharf ins Auge faſſend.
Sie ſchlug das Auge nieder.
„Da hatte ich den Vorſatz noch nicht gefaßt, Herr! Er kam mir in meiner rathloſen Verzweiflung, denn ich bin ein elend Weib,“ wiederholte ſie.
„Ihr ſeid Aafke Reiniersz, die Tochter frommer Ael⸗ tern!“ ſprach er mit Nachdruck.
„Ihr kennt mich, Herr Prieſter?“ frug ſie, einen Augenblick ihren Schmerz vergeſſend.
„In Utrecht ruhte mein Blick oft auf Euch, denn Ihr wart eine liebliche Blume der Unſchuld und Schön⸗ Habt Ihr denn den Pater Balduin ganz ver⸗ geſſen.“ „Wie ſollte ich mich deſſen nicht erinnern? Ihr Pater Balduin? Ach, ſo ſehr haben die Thränen meine Augen umdüſtert. Es iſt mir ſchlimm gegangen ſeit jener frohen Zeit, wo ich Euch an Feſttagen die Hochmeſſe in unſerm herrlichen Dome leſen ſah!“
Als van Herdte bemerkte, daß ihr Schluchzen durch


