Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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ufer des Amſtel umherwandelte, etwas geſchehen, was ſeine Aufmerkſamkeit auf ſich zog.

Eine junge Frau in der Kleidung einer anſtändigen Bürgerin, welche ein Knäbchen an der Hand hielt und ein anderes Kind auf dem Arme trug, ſprach mit einem Prieſter. Es konnte kein gewöhnliches Geſpräch ſein, welches ſie führten, denn obſchon die Frau dem ſie be⸗ obachtenden Manne den Rücken zugewandt hatte, ſo konnte er doch ſelbſt in der Entfernung, welche ſie von ihm trennte, deutlich an ihren Bewegungen, an dem wieder⸗ holten Bücken ihres Kopfes, wie wenn ſie jedesmal Thrä⸗ nen aus dem Auge getrocknet hätte, ſehen, daß ſtarke Empfindungen dabei im Spiele ſein müßten.

Endlich ſah er, wie der Prieſter das eine Kind von ihrem Arme nahm und mit ſichtbarer Mühe das andre zwang, ihre Hand gegen die Seine zu vertauſchen; dann küßte und umarmte ſie beide Kinder mit einer Leidenſchaft, welche die Mutter verrieth und kniete vor dem Pater nieder, der ſegnend ſeine Hand auf ihr Haupt legte. Darauf wankte ſie einige Schritte weiter, kehrte abermals zurück und warf ſich auf beide Knie nieder und überſtürmte das Knäbchen mit ungeſtümen Küſſen, und ſtand wieder auf und küßte glühend das kleine Kind; endlich wandte ſie nach einer mißbilligenden Bewegung des Prieſters mit Gewalt das Haupt ab und ſtürzte weg.

Bei dem Augenblick erkannte unſer Freund ihr Ge⸗ ſicht, ein bleich und trüb Geſicht, welches nun wirre und wilde ſtatt der ſonſt gewiß ruhigen regelmäßigen Züge zeigte. Jetzt ſtieg ſein Intereſſe an ihr zu der Höhe, daß er ihr folgte, ſo ſchnell es ihm ſeine Kräfte erlaubten

Cenn er war ſchon auf der NReige des Lebens) und das war nöthig, denn er war noch nicht ganz bis zu ihr hin⸗ gekommen, als er ſie eine verzweifelte Bewegung auf das Waſſer zumachen ſah und ſchnell rief er ihr zu;

„Frau, denkt an Gott, bevor ihr ſolches thut!“

Verwildert horchte ſie auf den Ton dieſer Stimme