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dieſe Abwendung von ihren Gedanken leiſer wurde und ihre Aufregung ſich minderte, führte er ſie ſanft von dem locken⸗ den Strome weg und ſprach mit gütiger Theilnahme:
„Dann erzählt mir doch wie es Euch, ging und was Euch zu dieſem äußerſten Schritte führte.“
„Die Aengſtlichkeit und die Vorwürfe eines bedrückten Gewiſſens, mein Vater; die Sorge für das Seelenheil meiner unſchuldigen Kinderchen und Furcht vor Laurenz, der Urſache hat, mir ſehr zu zürnen, der mich von jetzt ab mit grimmem Haß verfolgen wird. O wehe mir! Aber laßt mich Euch Alles erzählen, vielleicht kann mir Eure Weisheit guten Rath in dieſer Qual geben.“
Da erzählte ſie ihm, was wir wiſſenz ihre weitern Schickſale ſeit der Scene mit Pater Vincent haben wir noch zu verfolgen.
Seit dieſer Zeit war der häusliche Frieden zwiſchen den beiden Gatten gebrochen, das Vertrauen verloren und „die Liebe jämmerlich zur Ebbe gegangen,“ wie Aafke ſich ausdrückte; und kein Wunder! Laurenz hatte wohl ihren Betrug vergeben, aber er vergaß ihn nicht; und da ſeine Liebe und ſeine gütige Sorge ſie nicht über ihr Loos und das ihrer Kinder hatten beruhigen, noch ſeine Bitten ſie hatten abhalten können, die Ruhe bei ſolchen zu ſuchen, die er als Feinde betrachtete, ſo nahm er die bittere Ge⸗ wohnheit an, ihr dieß Alles mit Ernſt zu ſagen und mit Zwang jeden fern von ihr zu halten, den er ihr gefährlich glaubte. Von da an hatte ſie an ihm einen Herrn und einen Aufſeher. Der alte Bediente, den er beſtechlich ge⸗ funden, wurde durch einen eifrigen Lutheraner erſetzt. Aaf⸗ ke's Schritte wurden gezählt, ihre Ausgänge beſchränkt, verdächtige Freunde nie zu ihr gelaſſen; ſie war in ihrem eigenen Hauſe keine Freie mehr. Müſſen wir erſt ſagen, daß dieſer Widerſtand ſie zur Uebertretung verlockte, daß die alſo aufgedrungene Glaubenslehre das verhaßteſte Joch für ſie wurde und ein Sporn zur Seelenangſt? Daß ſie eine Liſt nach der andern erſann und ausführte, um jenem


