Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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Ketzer, welche die Dominikaner erfunden, auf ſein Haupt geſetzt. Ruhig und hoch erhaben über dieſe Schmach, blickte er auf das ſonderbare Kleid hin und ſprach mitlei⸗ dig über die kleinen Menſchen lächelnd, welche ihm Ehre oder Schande mit einem Kleide zu geben glaubten:

„Jetzt hab ich all meinen Glanz und all meine Schön⸗ heit verloren!“

Nun übergab ihn die Geiſtlichkeit, zu der er nicht mehr gehörte, dem weltlichen Gericht und man führte ihn von dem Gerüſt hinweg zum Scheiterhaufen. Der Weg dahin führte am Gefängnißthor vorbei. Seine bisherigen Schickſalsgenoſſen ſtanden an den Gittern des Kerkers, des Augenblicks harrend, in welchem er ihnen ganz nahe ſein werde, und ſchauten mit begeiſterten Blicken auf ihn hin. Er ſah zu ihnen auf und rief ihnen mit lauter Stimme zu:

„Seht, Ihr liebſten Brüder, ich habe jetzt meinen Fuß auf die Schwelle des Märtyrthumes geſetzt. Habt guten Muth als ſtarke Helden Jeſu Chriſti und laſſet mein Beiſpiel nicht verloren für Euch ſein. Vertheidigt die evangeliſche Wahrheit gegen alle Ungerechtigkeit!“

Und ein fröhliches und dankbares Jauchzen folgte den Worten und ſie ſchlugen in die Hände, wie triumphirend und um ihre freudige Zuſtimmung zu erkennen zu geben. Gleich darauf ſtimmten ſie die Lobgeſänge der Kirche an, das Te Deum laudamus, welches Luther damals viel⸗ leicht noch nicht verdeutſcht, und manch andern Geſang, der genug im Volke bekannt war, um verſtanden zu wer⸗ den, und ſie horten nicht eher auf zu ſingen, als bis er aufgehört hatte zu leben. Es mußte ihm Kraft geben, es mußte ſeinen Muth erhöhen, zu hoͤren, wie ſeine Mitver⸗ folgten trotz ihres Kerkers und vor Tauſenden von Feinden ihm Beweiſe gaben feſten Ausharrens und hoher Bewun⸗ derung für ſein Ausharren.

Inmitten des noch nicht brennenden Holzſtoßes an dem Pfahle feſtgebunden ſtand Johannes daz neben ihm