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wären und wenn wir mit warmem Glauben das Auge zu Gott erheben könnten, es uns eben ſo wenig, wie jenen an Kraft und Stärke mangeln würde.
Gleich nachher kam der Kerkermeiſter, um Johannes zum letzten Gange abzuholen. Der Abſchied von ſeinen Gefängnißgenoſſen, von Gattin und Vater war wie ſei⸗ nerſeits, ſo auch bei dieſen voll Feſtigkeit und voll Wärme. Johanna, welche die ſchwachen Füße des Greiſes ſtützte, blieb ihrem Manne ſo nahe wie möglich. Johannes kannte ſie zu gut, als daß er ihr dieß hätte wehren ſollen. Was dieſe drei Menſchen bei dieſem kurzen, aber ſchweren Gang, unter den Augen von tauſend und abermals tau⸗ ſend Neugierigen gefühlt, das liegt jenſeits der Kraft un⸗ ſerer Feder.
Der Ort der Hinrichtung war gerade vor dem Ge⸗ fängniß. Jetzt ſteht Johannes Piſtorius auf dem hohen Gerüſt, wo ihn die Kirchendiener noch einmal mit dem Gewand ſeiner Würde ſchmücken, mit der weißen Albe, der Stole, und der Chorkappe, welches Alles er ent⸗ heiligt, wie ſo viele glauben, das er heilig hielt, wie ihm ſein eigen Bewußtſein ſagt.
So ſtand er eine Weile auf dem Gerüſt vor den Augen des Volkes; dann frug man ihn von Neuem, ob er ſeine Meinungen ändern und der Gnade ſeiner Richter würdig werden wolle, Fragen, welche man ihm ſchon ſo oft vorgelegt, die er aber ſtes mit frommen Stolze ab⸗ gewieſen.
„Er wolle keine Gnade,“ ſagte er, „als die ſeines Herrn und Schöpfers und zu deſſen Ehre und für die Pattſet der heiligen Schrift wünſche er alsbald zu
erben.“
Darauf zog man ihm langſam das Prieſtergewand ab. Bei jedem der abgenommenen Theile ſprach der Bi⸗ ſchof von Hebron inmitten vieler Aebte die ſchneidenden
Worte der Zurücknahme der Weihe. Ein kurzes gelbes Bußkleid wurde ihm angezogen und die Spottmütze der


