Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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iſt Johanna, ſeine Zwillingsſchweſter, ſeine Seelenfreun⸗ din, der er fluchen mußte; der Mann, der dort das wei⸗ nende Mädchen ſtützt, iſt derſelbe, der ſeinen Glaubensfeind beſchirmte, dem er Haß ſchwur. — Und der Feind ſelbſt, der Verhaßte, die Urſache all ſeines Leidens, ſteht er nicht dort neben dem Krankenbette ſeiner Mutter, dicht an ſeiner Seite? O das war mehr, wie er erdulden, mehr, als er ertragen konnnte, und mit einer raſch dem Gange ſeiner Gedanken folgenden Bewegung ſtieß er den jungen Pre⸗ diger heftig zurück, ergriff ihn dann mit kräftiger Fauſt und hielt ihn, während er mit der andern Hand auf Lau⸗ rensz zeigend, ſprach:

„Im Namen des Kaiſers! Ihr ſeid meine Gefan⸗ genen!“

Bei dieſem Worte ſtießen zwei der Frauen einen lau⸗ ten Schrei aus, Ottilie, die durch Johanna zur Seite geführt wurde, und Aafke, welche ſich feſt an Laurensz klammerte, als ob ſie ihn gegen den grauſamen Bruder hätte ſchützen oder von irgend einer voreiligen That hätte abhalten wollen.

„Arnold, was für eine Urſache haſt Du, dieſen Män⸗ nern Gewalt anzuthun,“ ſprach Hugo ihm näher tretend; „es ſind Freunde des Hauſes, friedliche Leute, die 4

„Schismatiker ſind es, ſage ich Dir, Sektenbrüder des Erzketzers Luther, die, nachdem ſie die Beſchränktheit und den Leichtſinn übelberathener Frauen mißbraucht, die umnebelten Sinne einer Kranken bethören wollen, um auch dieſe mit in den Moraſt der Irrlehre zu ſchleppen, in dem die Seele verloren geht.“

„Nennet nicht mit ſolch einem harten Namen, was Ihr nicht kennt; verurtheilt nicht ſo ſchnell, was Ihr Irrhum nennt, und prüfet wenigſtens, bevor Ihr verwerft;“ ſprach Paul, der, wenn auch in der Hand eines ſchreckli⸗ chen Feindes, doch eher an die Vertheidigung ſeiner Sache vacht, als an die ſeiner Perſon; dann fuhr er mit der