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Gehoͤr finden, als das wilde Pochen, welches ſie vielleicht Unrath fürchten ließ.
So that er und mit glücklichem Erfolg; die kleine Thür wurde geoffnet; ohne die erſchrockene Magd um irgend etwas zu fragen, ohne auf ihre Frage Antwort zu geben, ſchob er ſie heftig zur Seite und eilte durch das Portal und in das Wohnzimmer — wo ſeine Mutter jetzt am Tode lag. Wie ſonderbar iſt es ihm da. Er weiß es ſelbſt nicht, wie; gewiß iſt das ein trügeriſch
Spiel ſeiner Sinne; aber ſieht er ſie nicht, ſie Alle, die
er liebt und die er haßt, Alle verſammelt, Alle um ein Krankenbett? Und die Kranke mit den tief eingeſunkenen Augen, mit den verwelkten Zügen, dem Todesſchweiß auf der Stirn, iſt das nicht ſeine Mutter? Nein, es iſt ein boͤſer Spuk, den ihm ſeine aufgeregte Phantaſie vorzau⸗ bert, es iſt unmöglich, daß hier, hier dieſe Alle zuſam⸗ men ſind. Hat ihm das Leiden, die Unruhe den Geiſt verwirrt? Es muß wohl ſein, denn ſein Haupt glüht und taumelt ihm — er drückt die Hand auf die Stirn.
„Arnold, mein Sohn! Arnold, mein Sohn!“ ruft die Kranke, deren ſtarres Auge jetzt auf ihn fällt.
Die Stimme, ſeinen Namen, mehr iſt nicht nöthig, und er wirft ſich in die Arme, welche ſich ſehnend nach ihm ausſtrecken, und er küßt mit glühenden Lippen die bleiche abgezehrte Hand, welche unſicher nach der ſeinen taſtet. Dann aber erhebt er ſich und ſtarrt langſam um ſich mit ſeltſam wildem Blick; ſein Auge ruht lange auf jedem der Anweſenden, aber über ſeine Lippen kommt nicht ein einziges Wort. Auch die Andern ſchweigen, ſie ſtehn
wie verſteinert; dieß plötzliche Eintreten war wie eine
Erſcheinungz dieß ſchaurige Schweigen hatte etwas Er⸗ ſchreckendes, was mehr beben macht, wie die härteſten Worte des Zornes und der Wuth.
Jetzt envlich kehrt ihm die Beſinnung zurück. Ja, das Weib dort iſt Ottilie, die einſtige Geliebte, um deren willen er ſo unausſprechlich leidet; die Andre neben ihr


