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ließen, ſeine Bemühungen um die Kranke, die Angſt, mit der alle wie fragend an ſeinen Lippen und an ſeinen Augen hingen, ſagten deutlich, daß er der Arzt ſein müſſe.
„Da iſt er, es iſt Arnold! Es iſt mein Sohn!“ rief plötzlich die Kranke, mit ſchneller Anſtrengung ſich erhe⸗ bend, doch eben ſo ſchnell ſank ſie wieder matt und ge⸗ täuſcht in die Kiſſen zurück; ein leiſes Geräuſch, nelches ſie draußen zu hoͤren geglaubt, hatte ſie hoffen laſſen, daß er komme.
„Nicht wahr? Er wird noch kommen,“ frug ſie, mit den halbgebrochenen Augen um ſich ſchauend. Sttilie drückte ihr die feuchte Hand als ſtumme Beſtärkung in der Hoffnung.
„Wäre er früher hier geweſen, er hätte uns Heil brin⸗ gen können, jetzt fürchte ich Unrath, wenn er kommt, ſprach Johanna.
„Leider, weil Laurenz hier iſt,“ ſchluchzte Aafke. „Und Paul denn?“ fügte Johanna hinzu.
„Wir werden uns entfernen, wenn er kommt, um 6 Aergerniß zu geben,“ flüſterte Cornelisz der Gelieb⸗
en zu.
„Vielleicht neigt er ſich am Sterbebette zur Ver⸗ ſöhnung,“ ſprach Hugv.
„Ach,“ ſeufzte Ottilie, „er iſt ſo eigenſinnig und hartnäckig, und im Zorn nicht leicht zur Sanftmuth ge⸗ ſtimmt. Wenn der Bote ihm geſagt hat, daß auch ich hier ſei, dann kommt er ſchon darum nicht; denn ſeine Liebe iſt gewiß in bittern Haß verwandelt.“
Und die Arme bedeckte ihre Augen mit den Händen, um ihre Thränen zu verbergen.
„Wenn man noch Jemanden erwartet, dann iſt es die höchſte Zeit, daß er komme,“ ſagte der Arzt leiſe von der Kranken abgewendet zu Laurenz; „denn ich ſage Euch, dieſe Frau lebt keine zwei Stunden mehr.“
Wie ſehr man das auch erwartet hatte, ſo erſchüt⸗ terte es doch Alle auf eine ſchreckliche Weiſe.
Das Haus Lauerneſſe. U. 3


