Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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außergewöhnlichen Stimmung. Sie ſtützte Ottilien, die tiefgebeugte, deren friſche Roſen zu einer matten Röthe erblichen waren und die ſtets unruhig um ſich ſchaute, wie wenn ihr unheimlich wäre inmitten Arnolds Ver⸗ wandten. Hugo ſchämte ſich nicht der Thränen in ſeinen Augen; er war der Einzige, der in lauten Worten, oder in einem Gebet ſeine Betrübniß oder ſeine Hoffnung aus⸗ ſprach. Paul hielt die erhobenen Hände und Augen zum Himmel gerichtet, wie wenn er alle Leiden Gott auf⸗ opfere, oder er ſtand da, in wehmüthiges Sinnen verſun⸗

ken. Wie verſchieden ſie ſich auch kund gab, ſo war es

doch eine und dieſelbe Erwartung, die mehr Furcht als Hoffnung ſchien, ein tiefes Weh, welches mit jeder Mi⸗ nute ſtieg, welches gleich einem Trauerflor über all de⸗ nen, die da athmeten, ausgebreitet lag: ſie umſtanden ein Krankenbett, welches ein Sterbebett werden ſollte, und ein Sterhebett kann wohl zu Ernſt und Wehmuth und Trauer ſtimmen, wie viel mehr mußte es dieß einer Frau, welche ſie alle ſo ſehr liebten, das von Frau Reiniersz.

Sie war zwar keins der ſchwachen Weſen, welche bei jedem Anfall des Leidens oder des Unglücks zuſam⸗ men brechen, aber dennoch hatte die ſchmerzliche Scene mit Arnold und noch mehr ſein hartnäckiges Wegbleiben aus ihrer Wohnung die arme Mutter tief erſchüttert. Es hatte ihre feſte Geſundheit im Mark angegriffen, und ſie lag geknickt. Wohl hatte ſie ihr körperlich Leiden verhehlt, um ihre Aafke nicht vielleicht ohne Grund zu beunruhigen, oder einen ſchweren Weheruf über ihren Sohn herauf zu beſchwören, aber die Natur hatte ſich an ihr für dieſe Bemühungen, ſich zu bewältigen, durch heimliche Unter⸗ grabung ihres ganzen Baues gerächt und als endlich eine wirkliche Krankheit ſie ergriff, da war ſie plötzlich erſchöpft, und konnte den Anfällen nicht mehr widerſtehn, welche eine weniger Kräftige mit Leichtigkeit zurückgewieſen hätte. Es war auch ein ſo großer Kummer für die Frau, die ſtets Ordnung, Ruhe und Eintracht in ihrem Hauſe zu