XIV.
Ein Sterbebett.
Eine ſonderbare Stille herrſchte in dem geräumigen hintern Zimmer des Hauſes von Frau Bakelsze, wo ſonſt das ſchnurrende Rädchen von weiblichem Fleiße ſprach, und wo Aafke's Stimme ein ſittig Liedchen zur Arbeit ſang oder ein vertraulich Geſpräch zwiſchen Mutter und Tochter die Zeit ſchnell fliehen ließ. Die Stille rührte nicht naher, daß das Zimmer leer und öde geweſen wäre, es befanden ſich im Gegentheil viel mehr Perſonen wie gewöhnlich darin. Sie ſtanden in verſchiedenen Gruppen, um das gewaltige Bett, worin gewöhnlich vier Perſonen Platz gehabt hätten und das von innen faſt wie ein dü⸗ ſterer Thorgang erſchien, da ein Himmel von braunem Eichenholz ſich darüber wölbte, an welchem ein kunſtrei⸗ cher Meiſter zierlich Laubwerk angebracht hatte, zwiſchen dem freundliche Engelsköpfchen hindurch lächelten oder hier und da ein Satyrkopf grinzte, deſſen Anblick für den Wachenden eben nicht der freundlichſte war. Daran aber dachten ſie nicht, die in ängſtlicher Theilnahme auf das
Bett ſtarrten. Paul von Mansfeld ſtand zwiſchen Lau⸗
renz Cornelisz und Hugo, und Ottilie von Lauerneſſe
zwiſchen den beiden Tochtern der Wittwe. Tiefe Nieder⸗ geſchlagenheit lag auf aller Zügen und bitterer Schmerz, der ſich bei jedem nach ſeiner Weiſe äußerte. Während
Aafke laut weinend ſich an ihren Laurenz lehnte, wie
wenn ſie aus ſeiner Faſſung Ruhe und Frieden hätte ſchöpfen wollen, ſtand Johanna thränen- und lautlos da, bleich und ſtarr wie ſtets; nur das krampfhafte Zittern ihrer Unterlippe und ein nervöſes Lächeln, welches Hei⸗ terkeit nie mehr bei ihr hervorrief, zeugten von ihrer
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