Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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wühlte die Zweifelſucht in mir und ich verkündete der

Gemeinde einen Gott, an den ich ſelbſt nicht glauben

konnte, nein, mehr noch, den ich haßte, weil ich nichts

von ihm für mich hoffen zu können glaubte, weil ich in Verzweiflung mich ſelbſt verwünſchte; und doch hatte ich damals ſchon die geſegneten Vorträge des gelehrten Rho⸗ dius gehort, des Mannes, der Luther über die Glaubens⸗ ſachen berathen hatte. Ich hatte alſo ſchon damals unter⸗ ſucht und geleſen, aber mit geringem Vertrauen und ſtolzem Eigendünkel, indem ich mehr zu wiſſen, als zu glauben trachtete. Das kommt daher, daß ſeine Gnade noch nicht mit mir war, denn es iſt dem Menſchen nicht gegeben, ſie zu nehmen, wenn es ihm beliebt. Paul, deſſen Leben bis dahin ſtill und ruhig dahin

gefloſſen war in der unmittelbaren NKähe der erleuchtet⸗ ſten Männer des Jahrhunderts, der ſich ihre Ideen ſtufen⸗ weiſe und langſam zu eigen gemacht hatte, ohne je Streit oder Zweifel zu kennen, der fühlte wohl, wie viel Ge⸗ fährliches darin lag, einen derartigen Gedanken zu weit zu verfolgen und daß dieß eher zur Verzweiflung, zu tie⸗ fem Fall, zu toller Schwärmerei führe, als zu einem fröhlichen und werkthätigen Chriſtenthum. Er ſah ein, daß der Prieſter, der nicht wie er Führer auf dem Wege der Erkenntniß gehabt, der ſich ſelbſt einen Weg hatie bahnen müſſen, noch nicht auf dem rechten Mittel⸗ wege warz aber er erkannte auch zugleich, daß es jetzt noch nicht Zeit ſei, mit dem Eis der kalten Vernunft auf die glühende Begeiſterung zu fallen; doch ſagte er, als hätte er ihm ſelbſt die nebertreibung ſeiner Worte klar machen wollen: „Aber, Bruder, der hohe Grad Eurer Verdorbenheit mußte die Leute, welche um Euch waren, ärgern, und die geiſtliche Obrigkeit „ „Merkt Euch dieß Eine,“ fiel Piſtorius ein, „daß ich gar nicht oder nur wenig mit äußerlichen Werken ſündigte, nicht den NRächſten quälte, ihm etwas nahm oder

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