Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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gern — o mochte mir das gegönnt ſein! — ſterben für ſeine Sache!“

Dieſe letzten Worte ſprach er ſanft und mit ſtarkem Nachdruck.

„So hangt Ihr denn an dem falſchen Glauben an guten Werken? frug Paul befremdet.

„Davor bewahre Gott mich,“ erwiederte der Mann von Woerden lächelnd. „Aber ich will recht dankbar ſein. Wißt Ihr, wie ich zu rechtem Verſtande deſſen gekommen bin, was zur Seligkeit führt?“

„Wie wir Alle, durch Forſchung in der Schrift, nach der Anleitung unſeres ehrwürdigen Doktors Luther, oder aus Euch ſelbſt, aus Verlangen nach beſſerer Er⸗ kenntniß.“

„Nein, durch eine beſondere und große Gnade des Herrn, der mich vor vielen auserwählte, obwohl ich we⸗ niger bin, als Alle. Seit meiner frühſten Jugend war ich ein verdorbener, verworfener und böſer Menſch, der ſich täglich in mancherlei Sünden wälzte; ich war rachſüch⸗ tig, haſſesvoll, ſtets gequält von ſinnlicher Luſt und liebte die Unmäſſigkeit mehr, als die Reinheit des Herzens. Das wußte ich, ich war davon überzeugt, aber das de⸗ müthigte mich nicht. Stolz und Hochmuth beherrſchten mich ganz, ich haſchte mit unziemlicher Selbſterhebung nach Ehre und ſuchte die mit Hintanſetzung von Gottes Geboten und der Ermahnungen meiner Aeltern. Es war wohl eine Fügung des Himmels, daß dieſe mich in einen Stand eintreten ließen, zu dem vor allen andern Demuth und ein fittig Herz gehören; es hatte der Herr mir ja keine Talente vorenthalten. Von all dem Böſen, was in mir herrſchte, war aber mein Unglaube, meine Lauheit, meine kalte Gleichgültigkeit im Dienſte Got⸗ tes gewiß das größte, welches mir ankleben blieb, was ſage ich? das noch ärger wurde, ſelbſt unter dem Gewande, welches mich dem Dienſte weihte. Noch zu St. Jacobswonde, wo ich mein Hirtenamt begann,