N
ihm an, daß er erſt ſeit Kurzem von ſeiner Reiſe zuruͤckgekehrt und wohl bewandert in Allem war, was der zierlichſte Anſtand in Prunkſaälen, angefuͤllt mit den anmuthigſten Frauen, von einem jungen Cavalier verlang⸗ te. Ohne Furcht, aber auch ohne Kuͤhnheit, betrat er die Schwelle des Saales, in wel⸗ chem, wie ihm wohl bekannt war, des Greifenſteiners wunderſchoͤne Adelgond zu finden ſeyn wuͤrde, und als er die Jung⸗ frau bleich und mit tief geſenktem Blick unter dem letzten Bogen des Saales da ſtehn ſah, zögerte er einen Augenblick ſich ihr redend zu nahen, um ihr Zeit zu laſſen, einen ver⸗ ſtohlnen Blick auf ſein Ausſehen zu richten, welches ihm beim erſten Zuſammentreffen mit Frauen bisher immer geſchehen war und auch jederzeit ſeinen Anrede⸗Gruß um vieles er⸗ leichtert hatte. Allein er betrog ſich bei Adelgonden, die mehr einer Statue, als einem belebten Weſen glich und er hatte ſich bereits mit zierlichen Schritten der Jungfrau


