14
MMNN
ich doch die überzeugung, Ihr begegnet mir zum erſtenmale.“
„Es war auf dem Turnier von Hohen⸗ Aspern,“ entgegnete der Jüngling, „wo ich Euer holdſeliges Weſen zuerſt erblickte. Ich glaub' es wol, daß Euer Auge nicht zu mir heruntergeſtiegen iſt; demuthig ſtand ich hin⸗ ter den Schrankenwaͤchtern, an einen Pfeiler gelehnt. Ihr ſaßet oben auf dem Balkon, umgeben von Herren und edlen geſchmuͤckten Frauen. Ich konnte nicht ablaſſen, mich zu
weiden an Eurem Liebreiz, und fing an, wie nie vorher, die Duͤrftigkeit meines Stan⸗
des zu verwuͤnſchen. Es ergriff mich ein
Stolz auf meine reinadliche Abkunft und, ich
darf es ſagen, auf meine ritterliche Geſin⸗ nungen und, mit mir ſelbſt in Unfrieden, wandte ich mich endlich hinaus in den Burg⸗ garten, meinen Unwillen in einem reichlichen Thraͤnenſtrom auszugießen. Ich hatte mich zu dem Ritterfeſt hinbegeben, in Sang und Saitenſpiel mein Scherflein beizutragen; aber
—


