den Abſchied vermeiden. Schnell hatte ſie das weiße Tuch umgeknuͤpft, in welchem Reinold ſi zum erſten⸗ male ſah, und trat nun ſtill mit ihm und dem Va⸗ ter den Weg an. Auch dem Wanderer, der jetzt weiter ziehen ſollte, war das Herz ſo ſchwer, ſo be⸗ klemmt; er vermochte nur mit Muͤhe hie und da ein einzelnes Wort auf ſeines Begleiters treuherzige Re⸗ den zu erwiedern. — Endlich waren ſie an den beſtimmten Platz gekommen „wo es geſchieden ſeyn mußte; der Vater ging nur noch in ein unfern lie⸗ gendes Haus, einen Wegweiſer fuͤr Reinold zu holen. Marie war etwas zuruckgeblieben; ihr ward eiskalt; bleich und zitternd lehnte ſie ſich an einen Baum, und einzelne Thraͤnen rollten langſam uͤber ihr Ge⸗ ſicht. Jetzt ſah ſich Reinold nach ihr um. „ Gott, Marie!“ rief er, vor ihrem Anſehn erſchreckend, und eilte hinzu. — „S iſt nichts! 's iſt ſchon uͤber!“ ſagte ſie leiſe, aber ihre Thraͤnen floſſen nur ſtaͤrker. Da widerſtand Reinold nicht laͤnger dem unausſprech⸗ lich bewegten Herzen. „O, Marie! meine Ma⸗ rie!“ rief er, ſie feſt in ſeine Arme ſchließend; „ traure nicht ſo! Ich komme wieder; und biſt du es nur zufrieden, ſo wollen wir dann ganz fuͤr einander le⸗ ben! — Ich hätte es dir ſchon eher geſagt,“ fuhr er dann ruhiger fort; „aber ſieh! ich erwerbe noch
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