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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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aus; da fil es ihr plötzlich, ſchwer wie eine Ah⸗ nung, auf's Herz. „Vater! Mutter!“ rief ſiez „um Gotteswillen! will Reinold fort?“ Die Mut⸗ ter nickte betrubt, und der Vater erzaͤhlte nun, war⸗ um und wie bald er ſchon ſcheiden wolle. Marie ſeufzte tief; zu weinen vermochte ſie nicht. „Vater!“ ſagte ſie endlich ſchnell und ernſt, „wir wollen ihn doch noch begleiten, bis an's Ende des Dorfs! Wißt ihr? bis an die alte Linde, wo er ſo manch⸗ mal neben mir ſaß, wenn ich muͤde war vom Sam⸗ meln.“ Der Vater willigte ein; und traurigen Blicks ging ſie nun hinaus, dem ſcheidenden Freunde noch einmal das ſo lange von ihr bereitete Fruhſtuͤck zu beſorgen.

Reinold war ſchon unten, als ſie es brachte. Still ſetzte ſie das kleine Brett mit Allem was er brauchte vor ihn hin. „Zum letztenmal!“ zuckte es aͤngſtlich durch ihr Herz, und preßte ihre Bruſt ſo ſchmerzhaft zuſammen, daß ſie keine Silbe hervor⸗ bringen konnte. „O, liebſte Marie!“ rief Reinold mit weicher Stimme — „nun ſo gieb eine Taſſe, weil du ſie mir noch bringſt! und dann nur gleich, gleich von hier fort!“ Raſch leerte er die Taſſe, und ſtand nun ſogleich auf. „Wir gehen noch mit!“ rief Marie ängſtlich, als wolle ſie nur jetzt, nur jetzt noch

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