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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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nun von den Eltern und neugierigen Bekannten 2 genug bewundert war — wobei Reinold es kaun

vor ungeſchickten Händen zu ſchuͤtzen wußte — trug er voller Freude das durch ihn ſelbſt hervorgerufene Kleinod auf ſein Stuͤbchen, es nun ſorgfältig vor Staub und aller ferneren Anfechtung zu bewahren. Allein dies war, wie es ſchien, auch die letzte Freude, welche ihm hier zu Theil werden ſollte; denn noch ſpät am Abend echielt er durch den Freund in R**, welchem er von ſeinem jetzigen Aufenthalt aus ge⸗ ſchrieben hatte, einen Brief ſeines Vaters, in wel⸗ chem er dringend zur Ruͤckkehr aufgefordert ward. Ein bei ihm beſtelltes Bild welches ſchon jetzt haͤtte fertig ſeyn ſollen, ward mit Ungeduld verlangt; eine Arbeit, welche er fuͤr einen aͤlteren, von ihm ſehr ge⸗ achteten Kuͤnſtler uͤbernommen, mußte vollendet wer⸗ den, und jener war halb verwundert, halb unwillig, daß ſie noch nicht weiter ſey. — Reinold hätte ſich das Alles ſelbſt ſagen koͤnnen, allein der Zauber der Gegenwart ließ es ihn bisher vergeſſen, und doppelt beunruhigend fiel es ihm jetzt auf's Herz, daß er wirklich Tadel verdiene. Mißmuͤthig blickte er lange vor ſich hin; doch weit weniger aus Unzufriedenheit mit ſich ſelbſt, als im bittern Vorgefühl des nahen, unvermeidlichen Scheidens. „ Sey's denn nur ſchnell!

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