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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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gar Manches, was ihr ſehr ſeltſam und merkwuͤtdig ſchien. Und als er einſt gar verſicherte, er könne ein Menſchenangeſicht auf der Leinwand ſo täuſchend nachbilden, daß es faſt anzuſehen ſey, als ſtehe es ſelbſt leibhaftig da, wollte ſie ihm nicht glauben, und meinte halb traurig, es ſey nicht hubſch von ihm, daß er eines armen, unwiſſenden Maͤdchens ſpotte. Um ſie nun zu uͤberzeugen, holte er ſein eigenes Bild herbei, welches er in Miniatur gemalt und mitge⸗ nommen hatte, um es einem Freunde in R** zu zeigen. Stumm vor freudiger Ueberraſchung, hielt ſie es lange bewundernd in Haͤnden; dann begann ſie aufmerkſam zu vergleichen, und ihr herrliches Auge ruhte dabei ſo klar und freundlich auf ſeinem Geſicht. „Ach, es iſt grade, grade wie Er!“ rief ſie, endlich wieder Worte findend, im frohlichſten Ton. „Ich weiß nur nicht auszudruͤcken, wie ich's gern loben mochte. Die hellen Aeugelchen ſehen mich an, als häͤtten ſie mich was zu fragen; und nun vollends das allerliebſte Muͤndchen! ..

Reinold läͤchelte, denn der Mund war ſprechend aͤhnlich. Ungewiß, weshalb er ſie auslache, blickte Marie nieder. „Hab' ich was Einfuͤltiges geſagt?“ begann ſie dann von Neuem, ein wenig beſchaͤmt, das fragende Auge langſam zu ihm aufſchlagend. Der