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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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Ach, ſchweigt mir davon! rief Reinold, halb verdrießlich bei dieſen letzten Worten; doch als Ma⸗ rie ihn nun ſo unruhig bittend anſah, ward er wie⸗ der mild. „Wenn es dich beruhigt, will ich bleiben!“ ſprach er, ihr die Hand reichend. „ Ich kenne eine ſtärkende Wutzel, die wollen wir zuſammen für deine Mutter ſuchen. — Wird ſie aber wieder ſchlimmer, Freund!“ ſetzte er hinzu, ſich zum Vater zuruͤckwen⸗ dend, „dann muͤßt ihr doch andere Hulfe ſuchen, denn dann verantworte ich es nicht langer allein.“

Das verſprach nun der Landmann, im Stillen hoffend, er werde nicht nothig haben, es zu haltenz und dieſe Hoffnung ward auch, zu Aller Freude, er⸗ fült. Reinold ging mit Marien in den Wald, lehrte ſie die erwaͤhnte Wurzel kennen⸗ und nachher zu

Hauſe bereiten; und die Mutter genas ſichtlich da⸗ durch: doch ſein Herz ward dabei immer tiefer und tiefer verwundet. Bald waren acht Tage vergangen, und Marie haͤtte nun wol ſchon ohne ſeinen Beiſtand die Kur vollendet; allein er konnte ſich noch nicht zum Scheiden entſchließen. Einen Tag nach dem andern gab er zu, und um ſo lieber, da Marie, jetzt ſelten mehr im Krankenſtuͤbchen nothwendig, weit ofter als anfangs Zeit hatte, mit ihm zu plaudern und ſei⸗ nem Geſpräch zuzuhören. Da erzhlte er ihr denn