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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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Kaum mochte er indeſſen ein paar Stunben ge⸗ ſchlafen haben, als er durch ein ſtarkes, wiederholtes Klopfen an ſeiner Thuͤr geweckt ward. „Wer iſt denn da?“ fragte er, ſich aufrichtend, ein wenig ver⸗ drießlich uͤber die Stoͤrung. Doch ſogleich ertönte Mariens aͤngſtlich bittende Stimme: „Zuͤrn Ern icht, lieber Hert, ich bin's nur! Die Mutter iſt auf ein⸗ mal ſo gar ſchlimm geworden; ach, zum Tode! meint die Nachbarinn. Ich habe hier keine Seele; wenn Er vielleicht rathen könnte — Er weiß ja gewiß Vie⸗ les — o ſo komm Er doch nur auf einen einzigen Augenblick heraus!“

„Ich komme, Marie! ſogleich. Beruhige dich nur indeß!“ klang die Antwort mitleidig zuruͤck; auch war wol kaum noch eine Minute vergangen, da trat der Gerufene ſchon in das Stuͤbchen der Kranken, und eilte an ihr Lager. Er war nicht ganz ohne Hoffnung, hier nutzen zu können; denn ſein Vater, ein geſchickter Arzt, hatte auch ihn eigentlich fuͤr dies Fach beſtinnmt, und ſchon manche Vorkenntniſſe dazu waren geſammelt, als — erſt im fruͤheren Juͤnglings⸗ alter — ſein entſchiedener Kuͤnſtlerberuf ihm eine minder ernſte Laufbahn oͤffnete. —