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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
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zu erzählen, und ſich Obdach fur die Nacht, ſo wie — jetzt ein Abendbrot zu erbitten.

Sehr gern und freundlich ward er — men, doch auch mit einiger Verwunderung, da Ma⸗ rie ſelbſt ihm ja den Weg ſo deutlich bezeichnet hatte. Denn daß er nicht gar genau hingehorcht, weil er ihr zu tief dabei in die ſchönen dunkeln Augen ſchaute, davon ließ ſie ſich freilich nichts träͤumen. — Bald war eine kleine Mahlzeit fur ihn bereit; doch trug ſie ihm diesmal nur der Vater auf, denn Marie hatte⸗ bei der Mutter zu thun, und auch das Stuͤbchen des Fremden in Ordnung zu bringen. Daß ſie nicht kam, war ganz gegen Reinolds Rechnung; und ein wenig dadurch verſtimmt, bot er gleich nach dem Eſſen ſei⸗ nem Wirth gute Nacht, um mindeſtens jetzt auf dem Lager zu ruhen, das des Maͤdchens niedliche Hand fur ihn bereitet hatte. „Schlaf' Er nur wohl, Herr!“ ſprach jener laͤchelnd; „fur mich giebt's keinen Schlaf in dieſer Nacht. Die Netze warten ſchon; ich muß hinaus zum Fiſchen.“ — „Viel Gluͤck, Vater!“ erwiederte Reinold; und froh, nicht mitwachen zu muͤſſen, ſuchte er nun ſehr bald das ſchneeweiße, ſei⸗ ner ſchon harrende Ruhebett auf.

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