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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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ſchaute, halb hoffend, halb nur wuͤnſchend, nach dem jenſeitigen Ufer, ob die freundliche Geſtalt ſich nicht zeige. Er werde ſie ſchon erkennen, ſo ſchien's ihm, ſey es gleich zu fern, die Geſichtszuge zu unterſcheiden. Doch nur einzelne Maͤnner, dem Anſchein nach mit Fiſchen beſchaftigt ließen ſich blicken; vergebens harrte Reinold einer willkommneren Erſcheinung. Jetzt ſchaute er etwas ſeitwaͤrts uͤber den Fluß hin — ſiehe! da kam ein ſchwer mit Getreide beladener Kahn heruͤbergefahren. Ein aͤltlicher Mann ſtand im Vordertheil, beinahe mit Anſtrengung rudernd, indeß das Steuer von einer andern, hinter dem Ge⸗ treidehaufen verborgenen Hand geleitet ward. „Iſt's denn nicht gleichguͤltig, wohin du eben jetzt deinen Weg nimmſt?“ ſo ſprach Reinold zu ſich ſelbſt, in⸗ deß die Schiffenden naͤher kamen. „Laß dich uͤber⸗ ſetzen an's andere Ufer, vielleicht begegnet dir dort das huͤbſche Madchen noch einmal.“ Die innere Stimme fand Beifall, und ſchnell ward ihr Vorſchlag ausge⸗ fuͤhrt. „Fahrt ihr zuruͤck, Landsmann?“ rief der Harrende dem kaum noch landenden Ruderer zu;z „und wollt ihr mich mitnehmen fuͤr eine kleine Be⸗ ohnung?“ — „Warum nicht?“ entgegnete jener,