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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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ken ſchonte er die kindliche Scheu des lieblichen Land⸗ maͤdchens, und folgte ihr nur von fern. Bald ſchim⸗ merten ſchon einige Haͤuſer des von ihr genannten Dorfs hervor, und jetzt, nach einer Wendung des Veges, auch ein klarer, ſpiegelheller Fluß, zu deſſen ufrr ſie ſchnell hinabeilte. Leicht war ein kleiner Kahn, welcher dort ihrer harrte, vom haltenden Seile gelöſit; und ſtehend, von der Abendſonne hell beleuchtet, ruderte ſie nun mit anmuthiger Bewegung ſchräg nach der andern Seite hinuͤber. Lange ſchaute Reinold vom ufer aus ihr nach; unverwandt ruhte ſein Auge auf der bluͤhenden, im Abendſchein dahin⸗ ſchwebenden Geſtalt, und ihm, den manche ſchöne Staͤdterinn kalt gelaſſen hatte, kam es in dieſem Au⸗ genblick faſt vor, als muͤſſe ſich's gar freundlich da⸗ hin ſchiffen im Nachen des Lebens mit ſolch einer anmuthigen Gefaͤhrtinn. — Erſt als ſie das andere ufer erreicht hatte, und nun bald ſeinem Blick ent⸗ ſchwand, verließ er endlich ſeinen Platz, ein laͤndli⸗ ches Obdach zu ſuchen. Freundlich ward er von der geſprächigen Wirthinn des Döͤrſchens aufgenommen, und erſt nach manchem Woher? und Wohin? ſich ſelbſt und der gewuͤnſchten Stille uͤberlaſſen.