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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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Kleine! ſo jung noch, und ſchon Todesgedanken?“ fragte er, jetzt dicht vor ihr ſtehend, ganz ohne Scherz, in freundlich mitleidigem Ton. Erſchrocken ſchlug ſie ſchnell die dunkeln Augen zu ihm auf, in denen noch Thraͤnen glaͤnzten; und gar lieblich ſchaute das erroͤ⸗ thende Geſichtchen mit den braunen Locken aus dem weißen Tuche hervor, welches, nach dortiger Sitte, zum Schutz vor brennenden Sonnenſtrahlen, ihr Haupt umhuͤllte. „„S iſt nur ſo ein Liedlein!“ ſprach ſie dann, zwar laͤchelnd, doch mit wehmuͤthi⸗ gem Ausdruck, und ſtand ſchnell auf, um weiter zu gehen. „Dein Korb iſt wol ſchwer?“ begann Rei⸗ nold von Neuem, als ſie dieſen, wie es ſchien, nicht ganz ohne Anſtrengung, vom Boden emporhob. „Darf ich mit dir gehen, ſo trage ich ihn dir gern ein Weilchen?“ — „Ich dank' ihm!“ antwortete ſie freundlich, doch etwas ſchuͤchtern; „s iſt nicht mehr weit bis zum nachſten Dorf, dann bin ich gleich am Waſſer.“ Und ſo ſprechend nahm ſie mit leich⸗ tem Kopfnicken Abſchied, und verſchwand ſchnell im Gebuͤſch des dichtbeſchatteten Weges.

unſchlͤſſ ig ſtand Reinold einen Augenic da. Er haͤtte ſie gern begleitet; doch nach kurzem Schwan⸗