227
als der ſeiner fleißigen Haͤnde, ließen, dann niemals verſäumte, wenigſtens am Sonntag Morgen eine gute Predigt zu hören. In dieſer Stunde nun hoffte er am ſicherſten die Tochter allein zu treffen, und dachte ihr dann mit beſcheidener Dreiſtigkeit die noch ſeltene Gabe zu bieten, die er fur ſie bei ſich trug. Es ging nach ſeinem Wunſch; beide Eltern waren in der Kirche, und hoͤflich lud ihn Luiſe ein, des Vaters Ruͤckkehr zu erwarten, und ſich indeſſen im Garten umzuſehen. Allein Franz ſehnte ſich, den guͤnſtigen Augenblick zu benutzen, und zog deshalb ſchnell, doch ſchuͤchtern, ſein Geſchenk hervor, es ihr mit einigen entſchuldigenden Worten uͤberreichend, und mit einer in ihrer Art recht gewandten Hindeutung auf die Freude, welche ſie ihm machen wurde, wenn ſie ihm einſt ein Recht geben wolle, ſie, ſo gut er es vermoge, zuweilen mit kleinen Gaben zu erfreuen. Schweigend und verlegen ſenkte Luiſe den Blick; doch Franz, welcher dies Schweigen guͤnſtig fur ſich deutete, oͤffnete ſchnell das Paket, und hielt ihr mit innerer Zufriedenheit das zierlich auseinandergefaltete Tuch hin. Allein kaum fiel ihr Auge auf das, fur ein Mädchen ihres Standes theure und recht eigent⸗


