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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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Kaum aber hatte der Käufer ihr tiefbetrubtes Geſicht recht in's Auge gefaßt, als es ihm unmoglich war, länger mit ſeinem guten Willen zuruͤckzuhalten. Er trat naͤher zu ihr, und fragte, ihr treuherzig die Hand reichend, in zwar etwas gebrochenem, doch ganz ver⸗ ſtaͤndlichen Deutſch: ob ihr oder ihrer Tochter viel⸗ leicht ein Ungluͤck widerfahren ſey, da er ſo große Bekuͤmmerniß in ihren Geſichtern leſe? — Ein lei⸗ ſes: „Ach, Herr!“ und eine muͤhſam zuruͤckgedraͤngte Thräne war die ganze Antwort der Gefragten. Dieſe aber genuͤgte ihm nicht; und er bot nun ſo gutherzig jede Huͤlfe an, die er irgend zu geben im Stande ſey, verſprach ſo heilig die ſtrengſte Verſchwiegenheit, wenn man ihm vertraue, daß die arme Mutter, un⸗ fähig, ihr Leid läͤnger zu verhehlen, ihm endlich ihre Sorge wegen des Sohnes geſtand. Mit Theilnahme und, wie es ſchien, mit Ueberraſchung horte er ihr zu; doch als ihre Erzählung geendigt war, erwiederte er gelaſſen: „Wenn das euer Herzeleid iſt, gute Frau, ſo hoffe ich, daß ihr euch fuͤr diesmal umſonſt gehaͤrmt habt. Ich kann mir doch gar manchen Um⸗ ſtand denken, durch den jenes ſeltſame Geſchenk, von welchem ihr ſprecht, auf ganz ehrlichen Wegen, und

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