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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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daß Marianne ſchnell Zutrauen zu ihr faßte. „O,“ rief ſie bittend, „wenn Sie mir rathen, wenn Sie mir helfen wollen, ſo ſeyn Sie ganz offen gegen mich! Sagen Sie mir unverhehlt, was ich glauben, was ich fuͤchten muß! Zweifel beunruhigen ohnehin ſchon meine Bruſt ſo ſehr! Gewiß! ich bin unfähig, Ihr Vertrauen zu mißbrauchen.“ „Ich habe nichts zu verhehlen,“ erwiederte Amalie, / nur iſt die Erkläͤrung, welche Sie wuͤnſchen, für mich ſelbſt ſehr ſchmerzlich. In einer ſehr ent⸗ ſcheidenden Zeit meines Lebens — es moͤgen etwa drei Jahre ſeitdem vergangen ſeyn — ſchrieb ich manches von dem, was ich erfuhr, was ich fuhlte, in ein kleines Erinnerungsbuch, wie ich dies uͤber⸗ haupt ſeit lange zu thun gewohnt war. Darf ich Ihnen von jenen Blättern einige ſenden? Aus ih⸗ nen werden Sie Alles erfahren, was Ihnen zu wiſ⸗ ſen vielleicht ntzlich ſeyn kann, und mir bleibt der Schmerz erſpart, es ſelbſt zu erzaͤhlen.“ Marianne konnte nicht anders, als dies anneh⸗ men, wenn ſie gleich ſehnlich augenblickliche Aufkla⸗ rung gewuͤnſcht hätte. Amalie verließ ſie nun ſo⸗ gleich, und wohl fuhlend, wie dräckend jede Minute