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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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F. mit ſo ſtrenger Ruͤge des Unrechts beſchuldigt werde, zuckte durch Mariannens Bruſt, und raubte ihr alle Faſſung. Die Fremde ſammelte ſich zuerſt, und ihre Worte beſtaͤtigten, wenigſtens zum Theil, Mariannens Vermuthung. „Ich bin Amalie Hain,“ ſagte ſie mit ſanfter Stimme. „Man wies mich her⸗ auf. Verzeihen Sie. ..

Dieſer in's ruhig gewoͤhnliche Leben zuruͤckfüh⸗ rende Ton ſchien Mariannen aus ihrer Befangenheit zu wecken. Sie ſtammelte einige Worte des Danks für Amaliens Kommen, und ſuchte dann, neben ihr auf dem Sopha ſitzend, ein Geſpraͤch anzuknuͤpfen. Allein damit gelang es nicht ſonderlich, zum Theil durch ihre, doch faſt mehr noch durch Amaliens Schuld. Dieſe war ſichtlich zerſtreut, und unwill⸗ kuͤhrlich wandten ſich ihre Blicke immer von Neuem auf das Bild. Endlich ward ihr ſelbſt der Druck dieſer gezwungenen, kalthöflichen Unterhaltung zu ſchwer. „Liebes Maͤdchen!“ ſagte ſie, mit Wohlwol⸗ len Mariannens Hand faſſend, „der Zufall will, wie mich duͤnkt, uns Beide ſchnell zur Vertrautheit fuͤh⸗ ren. Halten Sie mir ein etwas auffallendes Betra⸗ gen in dieſen Augenblicken zu gute, und — nennen