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ihren Häͤnden. Allein war ihr Herz gleich nicht ſtark genug, dies zu halten? recht froh konnte ſie des Bildes doch jetzt auch nicht mehr werden; dazu war ihr alles Gute zu lieb, und alles Unrecht zu feindlich widerſtrebend. Schmerzlich ſehnte ſie ſich nach Lö⸗ ſung des druͤckenden Zweifels in ihrer Bruſt, und ſo gern hätte ſie auch, ehe ſie ihren Pflegeeltern ſchrieb, erſt ſelbſt einige Klarheit gehabt, ob ſie noch wagen durfe, hier zu entſchuldigen; doch uͤber den Weg, dieſe Klarheit zu finden, ſann ſie bis jett vergeblich. Da fiel ihr, wie man gewoͤhnlich ſagt, durch Zufall, Wildau's Addreßbrief in die Hände. Sie fuhlte jett doppelt das Bedurfniß, ſich einem weiblichen Weſen anzuſchließen; und einige Frauenzimmer, welche ſie bei ihrem Stiefvater hatte kennen lernen, ließen ſie ſehr kalt. So begann ihr jetzt jene Empfehlung wichtiger zu ſcheinen, als im Anfange, und ſie ſchickte noch in der nämlichen Stunde Amalien den Brieß, mit der Frage: wann ſie kommen duͤrſe, ſie zu be⸗ ſuchen? — Allein die in dieſem Augenblick lebhaft gewuͤnſchte Antwort auf ihre Frage blieb aus. Der Bediente hatte Amalien nicht zu Hauſe getroffen, und den Brief bloß abgeben können.


