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Kleine Erzählungen / von Caroline Stille ; mit einem Vorworte von Therese Huber
Entstehung
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ders geerbt. Er reiſte hin, die Erbſchaft in Em⸗ pfang zu nehmen, und der mildere Suͤden ſagte ſei⸗ nem, von Kriegsſtrapazen angegriffenen Koͤrper ſo

ſehr zu, daß er beſchloß, ſeine ihm jetzt ſehr entbehr⸗

liche Penſion aufzugeben, und nicht wieder zuruckzu⸗ kehren. Bald fuͤhlte er ſich dort voöllig einheimiſch, und jetzt, da, ſeiner Meinung nach, Mariannens

Erziehung vollendet ſeyn mußte, berief er auch ſie

von ihren Pflegeeltern, denen er ſie n fruhen Tode ſeiner Gattinn anvertraute, zu ſich in die Frem⸗ de. „In die Fremde!“ ſo tönte es truͤb' und zu⸗ zuruͤckſchreckend in des Maͤdchens Herzen wieder. Selbſt das Vaterhaus war ihr ja in zwiefachem Sinne fremd; keine vertraute Seele, keine ſuße Erinnerung aus den Tagen der Kindheit kam ihr dort entgegenz und ſogar das außere Bild des Mannes „ deſſen Tochter ſie hieß, ſchwebte nur in finſtern, ſtrengen, nicht gewinnenden Zuͤgen vor ihrer Seele. So ſah

ſie mit Unruhe, mit ſchmerzlicher Beklemmung den

Tagen, die da kommen ſollten, entgegen.

Umſonſt ließ ſich's der gute Pfarrer angelegen ieyn, ihr freundliche Bilder der Zukunft zu malen,

und ſchilderte unter anderm, um nur die faſt aͤngſt⸗