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Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
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das!“ entgenete der Knappe am Kreuze, „wohl könnt Ihr das! Schauet dort droben nach jener Burg; vergeblich harrt Ihr, daß man Euch die Pforten öffnen ſoll, und wenn der Hunger, der in jenen Felſenmauern herrſcht, alle jene Wackern getödtet hat, wollt Ihr dann Euren Zorn noch an ihren ſtarren Lei⸗ bern auslaſſen? Wuͤrde Euer Herz bei Irm⸗ gards Leiche ruhiger pochen, als hier beim verſtoßenen, ſterbenden Kuno? Eilt dorthin, ſie zu retten, ehe es zu ſpaͤt iſt; und die Kunde von Irmgards Befreiung aus ihrem Elende wuͤrde mir den Tod verſuͤßen!“ „Ich * will ihr vergeben, ich will ihnen Allen verge⸗ ben, die in jenem Felſenneſte ſchmachten,“ ſchrie Bruno. „Aber vergib auch Du mir, Kuno, vergib mir!“ Der Ungluͤckliche, dem das Haupt ermattet zur Seite geſunken war, vermochte nur durch eine bejahende Bewegung deſſelben zu antworten, denn der Tod wuͤhlte bereits in ſeinem Gebein, ein ſchrillender Toen rang ſich aus ſeiner Bruſt. Da durchrieſelte