208 den alten Rudelsburger Fieberfroſt, und mit bebender, herzzerreißender Stimme rief er: „Kuno! Kuno! Du ſtirbſt, meine Reue und meine Klagen helfen nicht mehr und ich fahre dereinſt hinab in den Pfuhl der Hoͤlle, weil ich an Dir nicht gut machen kann, was ich verbrach! Aber klage Du mich nicht an vor Gottes Richtſtuhl, Kuno! flehe Gott um Gnade an fuͤr mich, denn ich bin ja Dein Vater, Du biſt mein Blut, wenn gleich mein ſtarres Herz Dich in den Tod ſandte. Benno von Saaleck war mein Verfuͤhrer; er verlei⸗ tete mich zu mancher That, auch bei Deiner Mutter Tode war er zugegen, auch an Dei⸗ nem Tode iſt er Schuld, und auch Irmgard athmet vielleicht nicht mehr! Herr, erbarme dich, verzeihe dem Rabenvater! Kuno, ver⸗ zeihe auch Du mirz o, wie mogen Dich die ſcharfen Nägel ſchmerzen, die Dein Fleiſch tiſen.“ — „Nicht doch, Vater!“ achzte Kuno in ſchauerlichen Tönen, „nicht die ein⸗ gſchagenen 4 ſchmetzen, aber die Geier
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Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
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