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doch blieb ſie ſtehen, als wäre ſie mit un⸗ ſichtbaren Banden gefeſſelt. „Irmgard!“ tönte es da noch ein Mal wie Geiſterhauch aus Kunos Munde. „Ich habe nichts gethan als meine Pflicht gegen Euch, ich habe gehandelt,
wie es dem Diener ziemt, der Leib u und Leben ſeiner Herrin weiht. Nie wankte ich, wenn es fuͤr Euch oder Euren Vater zu handeln galt und nur eines Unrechts iſt ſich mein Hetz bewußt. Ich habe Euch geliebt, habe Euch geliebt ſtill und treu, habe Euch ge⸗ iebt wie eine Schweſter. Doch verlaßt mich, erlaßt mich! Der Todesengel winkt bereits, mein ſterbender Mund ſegnet Euch und Segeſt.
Gute Nacht, Irmgard, gute Nacht auf ewig!“ Eine ſchauerliche Stille folgte nach dieſen Wor⸗ rmgard redete den Knappen noch ein doch keine Antwort ertönte. Da ſchüttelte ſie Fieberfroſt und mit ſchnellen Schritten und zitternden Gliedern eilte ſie nnach der finſtern Burg, gefolgt vü dem ſie 8 begleitenden Diener.


